Mai 2009 / Toskana

Eine Radreise vom 10.5. - 16.5.2009  in Italien / Toskana

Teilnehmer : Ralf & Dieter


1. Tag - Sonntag, 10.05.2009
Anreise mit dem PKW nach Maranello

Dieter ist pünktlich um 5.30 Uhr bei mir. Das Rad auf den Heckträger, das Gepäck in den Wagen und los geht's. Unterwegs haben wir vom Wetter alles ! Nebel, Regen, Sonne !!! Während der Fahrt stellen wir fest, das wir die Warntafel für Italien nicht am Heckträger bzw. den Fahrrädern angebracht haben,  wir haben sie schlichtweg zu Hause vergessen. Was soll es, wir setzten auf "Lücke". Bis kurz vor Modena sehen wir auch keine Polizei, dann überholen uns 2 Streifenwagen. Sie kümmern sich aber nicht um uns. Glück gehabt. Gegen 16.30 Uhr kommen wir in Maranello an. Es ist schwül-drückend, 28 Grad. Bei der Einfahrt fällt uns sofort das große silberne Ferrari - Pferd in einem Kreisverkehr auf. Bei einer Nachfrage bei der Polizei im Ort empfiehlt man uns das Hotel Europa. Auf Nachfrage bekommen wir ein Zimmer und können sogar das Auto während der Radreise in der Tiefgarage stehen lassen. Nach dem Duschen geht es zur Stadtbesichtigung. Maranello bietet nicht viel, der ganze Ort ist auf Ferrari ausgerichtet. Eine große Auswahl an Restaurants ist auch nicht vorhanden, einige haben auch noch zu. Was gibt es in Italien ? Na klar, Pizza, die bekommen wir in einem Schnellrestaurant. Besser als nichts. Dieter bestellt eine Ferrari - Pizza, ich eine Calzone. Trotz Schnellrestaurant sind beide lecker. Im Hotel gibt es dann noch einen Absacker, dann siegt die Bettruhe. Der Wecker für morgen ist auf 6 Uhr gestellt. 
2. Tag - Montag, 11.05.2009
Maranello - Ponte Modino
81,0 km - 12,4 km / h
6,31 Std. - 1461 Höhenmeter

Um 5.56 Uhr werde ich wach. Es ist richtig schönes Wetter, heute könnte es heiß werden. Sachen zusammen packen und erst einmal gut Frühstücken. Beim Beladen der Räder stellen wir fest, dass wir das Gepäck gewichtsmäßig nicht richtig verteilen können. Wir haben ein Zelt sowie Isomatte und Schlafsack gegenüber den anderen Touren mit.  Wir haben keine Vorderradtaschen, also muss alles hinten auf das Rad. Wir bauen ganz schön hoch. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewöhnen wir uns dann aber an das Fahren. Geht ja auch nicht anders. Anfängerfehler mit dem ganzen Gepäck ! Hinter Maranello geht es gleich steil in die Berge. Wir quälen uns bei blauem Himmel und 30 Grad die Berge hoch. Unterwegs bekommt Dieter erst einmal ein Hütchen und das auch noch geschenkt. Er stellt fest, das er viel zu viel eingepackt hat, jetzt ist die Erkenntnis zu spät. In Pavullo nel Frignano müssen wir zum ersten Mal die Wasservorräte auffüllen. Danach geht es die Serpentinen runter.  Was für eine Abfahrt, aber wir Wissen, auf der anderen Seite geht es wieder hoch. Es geht Richtung Vesale, es folgen lange und steile Anstiege. Unterwegs werden wir aber immer wieder mit traumhaften Aussichten entschädigt. 
Nach Sestola geht es für einige Zeit einmal auf ebener Strecke weiter. Was für eine Wohltat, wir können uns ein wenig erholen. In der Zwischenzeit mussten wir mehrmals die Wasserflaschen auffüllen, wobei wir dazu an Wohnhäusern nachgefragt und um Wasser gebeten haben. In Pievepelago geht es wieder in Berge. Wir reißen Kilometer um Kilometer ab. In Ponte Modino sehen wir ein Hotel / Restaurant. Wir sind ziemlich fertig und sehen, das es nach Abetone noch einmal 10 Kilometer steil nach oben geht. Wir trinken eine Cola aus alten Dortmunder Hansa Bier Gläsern und fragen nach einem beiderseitigen Blick auf das Hotelschild nach einem Zimmer. Wir können ein Doppelzimmer mit Abendessen und Frühstück am anderen Morgen für 45.- Euro bekommen. Das lassen wir uns nicht zwei Mal sagen. Wir wollen heute nach 81 km und vielen steilen und langen Anstiegen nicht mehr weiter. Nach dem Abendessen machen wir noch einen kleinen Spaziergang, wir wollen schon mal schauen, wie steil es morgen ist. Sehr steil !!! Unsere Entscheidung, hier heute Schluss zu machen, war richtig. 
3. Tag - Dienstag, 12.05.2009
Ponte Modino - Lucca
80,5 km - 16,3 km / h
4,55 Std. - 633 Höhenmeter

Nach einem sehr kargen Frühstück ( Italien eben ! ) brechen wir um 7.15 auf. Wie wir gestern Abend schon gesehen haben, geht es die nächsten 10 Kilometer mit bis zu 10 % Steigung nach Abetone hoch. Es ist zwar noch recht kühl, aber wir kommen trotzdem ganz schön ins Schwitzen. Nach 1,20 Stunden haben wir die Passhöhe erreicht.




Zur Abfahrt um 9 Uhr jetzt erst einmal dicke Jacken anziehen. Es ist noch empfindlich kühl und teilweise liegt am Straßenrand noch Schnee. Die Abfahrt ist ein Traum ! Fast 25 km nicht trampeln.
Je tiefer wir kommen, umso wärmer wird es. In Baggio de Lucca machen wir Mittagspause. Es gibt Würstchen und Brötchen aus dem Supermarkt. Die Brötchen hätten wir in Deutschland aber wieder umgetauscht, so hart waren die. Nachdem wir wieder unterwegs sind, erreichen wir die Ponte del Diavolo ( Teufelsbrücke ). 


Nach einer kurzen Pause geht es dann über die Landstraße weiter nach Lucca. Die letzten 20 Kilometer verlaufen sehr eintönig. Das Navi führt uns dann zum Hostel. Hier ist aber kein Zimmer mehr zu bekommen. Auf geht es zur Touristeninformation. Man kann uns schnell ein Zimmer vermitteln. Die Vermieterin empfängt uns und zeigt uns das Zimmer. Super ! Sogar mit Himmelbett, na das wird ja eine Nacht. Gratis zur Unterkunft gibt es auch noch Kaffee und ein nettes Gespräch. 
Jetzt geht es erst einmal zur Stadtbesichtigung und danach zum Essen. Das Essen ist lecker, Dieter meinte allerdings, es könnte etwas mehr sein. Dafür gönnen wir uns etwas mehr Rotwein. Als Entschädigung für die nicht ganz so großen Portionen gibt es dann aber noch auf Kosten des Hauses für jeden einen Limoncello. Frisch gestärkt geht es weiter in der Stadtbesichtigung. Die Temperatur ist ganz schön hoch, selbst am Abend noch 30 Grad. 


4. Tag - Mittwoch, 13.05.2009
Lucca - Cecina
90,4 km - 14,7 km / h
6,09 Std. - 257 Höhenmeter

Der Wecker schellt wieder um 6 Uhr. Nach dem Zusammenpacken teilt uns die Vermieterin mit, dass es Frühstück nebenan im Coffeeshop gibt, der öffnet aber erst ab 7.30 Uhr ! Vielleicht !!! Auf Nachfrage bekommen wir bei ihr aber dann doch einen Kaffee, auf das in Italien üppige Frühstück nebenan verzichten wir. Wir radeln dann ohne Frühstück los. Bis nach Pisa ist es ja nicht weit. Direkt hinter der alten Stadtmauer sehen wir auch schon die Kirche und den schiefen Turm. Eine Besichtigung kann leider nicht stattfinden, da alles erst um 10 Uhr öffnet, so lange wollen wir nicht warten, also alles nur von außen anschauen. 
Nach einer kurzen Besichtigung geht es raus aus der Stadt in Richtung Meer. Wir radeln am Meer entlang durch langgezogene Touristenorte. Hier möchten wir nicht unbedingt Urlaub machen. Eine Bettenburg nach der Anderen. Zumindest bekommen wir hier erst einmal Frühstück, genau ein Sandwich. Nicht wirklich lecker ! Es geht weiter in Richtung Livorno durch den Industriehafen, auch hier ist es nicht wirklich schön. Der Verkehr hat mächtig zugenommen, die Autofahrer halten allerdings mächtig Abstand zu uns und sind sehr rücksichtsvoll. In Livorno am Meer machen wir erst mal eine Pause, hier ist es ganz nett. 
Es geht auf der Küstenstraße mit mächtig Gegenwind weiter. Wir müssen unsere Fahrt immer wieder durch Trinkpausen unterbrechen. Um 15.30 Uhr kommen wir auf dem Campingplatz an. Nachdem wir einen Stellplatz zugewiesen bekommen haben, ist auch das Zelt recht schnell aufgebaut und die Sachen darin verstaut. Es wird auf jeden Fall etwas eng im Zelt. Nachdem wir uns den naturbelassenen Strand angeschaut haben, geht es und den Supermarkt und es gibt Salami, Brot und Rotwein. Besser als das Essen in den meisten Restaurants. In der Nacht werden wir mehrmals wach, es ist recht kühl geworden, aber die Schlafsäcke halten schön warm. 
5. Tag - Donnerstag, 14.05.2009
Cecina - Volterra
45,3 km - 13,1 km / h
3,26 Std. - 502 Höhenmeter

Wir werden um 6.30 Uhr wach. Das Zelt ist nass und muss erst mal getrocknet und die Sachen müssen wieder verpackt werden. Um 8.15 Uhr brechen wir dann auf. Nach 4 Kilometern gibt es erst einmal Frühstück. Wir haben Salami und Brot gekauft, Cappuccino machen wir selber. Die Fahrt verläuft dann über ruhige Straßen und durch schöne Landschaft. Wir biegen dann vom Meer ab in Richtung Volterra. Es ist in der Zwischenzeit wieder richtig warm geworden. Dann geht es an den Aufstieg nach Volterra. Hier müssen wir auf den nächsten 10 Kilometern 500 Meter hoch. Unterwegs gibt es immer wieder Trinkpausen. Da der Wetterbericht für die Nacht Regen angekündigt hat, nehmen wir ein Zimmer und brechen dann zur Stadtbesichtigung auf. Schon eine tolle kleine Stadt. Wir sind hier auf 500 Meter Meereshöhe und man hat eine tolle Fernsicht. Wir können auch noch einen alten Palazzi besichtigen und bekommen noch eine kostenlose Weinverkostung. Abendessen gibt es dann in einem tollen Restaurant. Auf dem Rückweg zum Zimmer fängt es dann leicht an zu Regnen, die Entscheidung ein Zimmer zu nehmen war also richtig, zumal das Zelt, wie wir gesehen haben, doch wohl nicht so ganz dicht ist. Also nur bei schönem Wetter zelten. 
6. Tag - Freitag, 15.05.2009
Volterra - Maranello

Nach einem Anruf in der Nacht von zu Hause müssen wir die Tour abbrechen. Wir schauen noch in der Nacht nach, wie wir am schnellsten von Volterra nach Maranello zurück kommen. Wir brechen dann am Morgen mit den Rädern zum nächsten Bahnhof auf. Über Florenz und Bologna geht es nach Modena. Dort angekommen müssen wir dann die letzten 20 Kilometer bis nach Maranello radeln. Am Abend gegen 19 Uhr erreichen wir dann wieder Maranello. Wir packen schon die Sachen für morgen ins Auto und gehen noch Essen. 
7. Tag - Samstag, 16.05.2009
Maranello - Dortmund

Nach dem Frühstück brechen wir nach Dortmund auf. Hier kommen wir am frühen Abend wieder an.

Fazit:
ca. 350 km
21,01 Stunden reine Fahrzeit
2853 Höhenmeter
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